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Eisbewegungen

Im Nährgebiet fällt im Winterhalbjahr mehr Schnee, als im Sommerhalbjahr jeweils abschmilzt. Im Zehrgebiet überwiegt das Abschmelzen. Hier apert im Spätsommer der Gletscher jeweils aus, d.h. das blanke Eis, welches im Frühling noch mit Schnee bedeckt ist, wird sichtbar.



Im letzten Sommer (2003) mit seiner ausserordenlichen Wärmeperiode konnte man dies besonders gut beobachten.

Die Schneegrenze auf etwa 2840 m ü.M. gibt die Höhe an, wo Akkumulation (Ablagerung) und Ablation (Abschmelzen) im Gleichgewicht sind.



Gletscherrückzug

Auf dem folgenden Bild (links), aufgenommen Ende Sommer 2003, sieht man an Hand der rot markierten Felder wo der Gletscher in den letzten Jahren am meisten an Mächtigkeit eingebüsst hat. Die Abschmelzung wirkt sich nicht nur in der Länge aus sonder vor allem auch auf die Eisdicke. Zum Vergleich eine Aufnahme welche vor 1992 aufgenommen wurde.




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Gletscherspalten

Die Fliessgeschwindigkeit eines Gletschers ist nicht überall gleich, sondern hängt vor allem von seiner Neigung und dicke ab. So sind in Steilhängen die Geschwindigkeit grösser als in flachen Bereichen. Am Übergang vom flachen zum steilen Stück kommt es zu starken Zerrungen. Wenn die Scherrspannungen die Scherfestigkeitüberschreiten, kommt es zu Rissen im Eis und brechen Spalten auf. Beim Übergang von schnellerem zu langsamerem Fliessen schliessen sich die Spalten wieder. D.h. Zonen kompressiven Fliessens sind spaltenlos.

Gletscherspalten in temperiertem Eis sind selten tiefer als 30 m. Dis ist durch die erhöhte plastische Verformbarkeit von Eis, das unter Druck steht, bedingt. Die Gletscherspalten sind meist V-förmig und können sich gegen unten stark verengen.

Falls Menschen in Gletscherspalten fallen, ist oft sehr schwierig diese zu retten. Durch ihre Körperwärme schmelzen sie sich nämlich je länger je tiefer in die Spalten hinein und für die Retter wird es fast unmöglich an den Verunfallten heranzukommen.
Oft werden Kompressoren benötigt um den notwendigen Platz zu schaffen. Besondere Gefahr droht im Frühjahr und Frühsommer, wenn der Gletscher noch mit Schnee bedeckt ist. Schneebrücken welche die Spalten überdecken können nämlich bei zusätzlicher Belastung plötzlich einbrechen.

Man unterscheidet Quer-, Längs- und Randspalten. Die Querspalten stehen senkrecht zur Bewegungsrichtung des Gletschers. Längsspalten treten auf bei besonderen Reliefbedingungen und nach Engstellen mit seitlicher Pressung des Eisstromes, wenn sich das Gletscherbett erweitert. Randspalten findet man an den Rändern des Gletschers, wo sich der Übergang von langsamer zu schneller Bewegung vollzieht. Mit einem Winkel von etwa 45° sind sie gletscheraufwärts, gegen die Gletschermitte gerichtet. Sie beschränken sich normalerweise auf das randliche Drittel der Gletscherbreite. Grundspalten, die sich vom Gletscherbett nach oben schliessen, treten nur selten bei geringerer Eisdicke auf. Bei Gletscherabbrüchen können Quer- und Längsspalten gleichzeitig auftreten. Es entstehen dann Eistürme, die Seracs genannt werden. Der Bergschrund ist die oberste Querspalte, die sich oft über die ganze Gletscherbreite hinzieht. Sie bildet die Trennlinie zwischen bewegtem Eis des Firnbeckens und Eis das an den umrahmenden Berghängen haften bleibt.



Glaziologische Untersuchungen am Titlisgletscher

In den Jahren 1982-1986 und 1992-1996 wurden im Auftrag der Titlis Rotair AG im Gebiet Titlis-Rotegg glaziologische Studien durch die Versuchsanstalt für Wasserbau Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich durchgeführt.

Es wurden in diesem Zusammenhang Eisdickenmessungen, Pegelmessungen und photogrammetrischen Analysen durchgeführt, um Aufschluss über die mittelfristige Entwicklung des Titlisgletschers im Bereich Roteggkante zu erhalten.

Der detaillierte Bericht steht folgendem Link direkt von der Website der VAW als pdf-File zum Download (1,08 MB) bereit.

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